Arbeiter in Remscheid – Eine Bildanalyse

Auf einmal siehst du überall in Remscheid das Plakat des Oberbürgermeisters mit dem Titel “Der richtige Arbeiter für Remscheid”.

Das ist werbetechnisch klug und geschickt angelegt. Polemisch wäre natürlich zu fragen, ob in Remscheid jetzt Arbeiter Beamte sind. Aber der Reihe nach.

Remscheid war viele Jahre eine Arbeiterstadt. Durch die Politik der SPD, Grünen, CDU/CSU und FDP wurden dann die Arbeitsplätze bei der EU-Erweiterung weitestgehend zerstört und nach Osteuropa oder China verlagert mit dem Steuergeld der eigenen Staatsbürger.

Zur “Belohnung” führte man hier dann das grundgesetzwidrige Hartz4 ein und die agenda2010. Jetzt hat diese Stadt fast nur noch Angestellte aber in den Köpfen ist ja noch das Image der Arbeiterstadt, weil es noch nicht so lange her ist.

Und nun wird auf einem Wahlplakat geschickt diese Kombination der Assoziationen vorgenommen.

Zufälligerweise landete zu diesem Zeitpunkt in meinem Briefkasten eine SPD-Zeitung mit den Kandidaten für die Ämter in Remscheid.

Einen oder eine Arbeiter*in habe ich darin nicht gefunden. Denn die sind so gut wie alle ausgetreten. Dafür gibt es darin Mitarbeiter beim Jobcenter(!), Rechtsanwälte, Beamte etc.

Der Begriff “Arbeiter” ist also völlig zweckentfremdet worden. Das erinnert direkt an die agenda2010 Spache, in der Deregulierung meint, den Menschen ihre soziale Sicherheit zu nehmen.

Und Remscheid ist ja ein Musterbeispiel für die Umsetzung dieser Agenda-Politik, die darin besteht, den Menschen ihr Geld wegzunehmen und es der Sozialindustrie zuzuschanzen. Statt Probleme wie Armut zu lösen werden Sozialarbeiter eingestellt, die durch Sozialkontrollen die Probleme verwalten und die desolaten Verhältnisse stabilisieren.

Anna Mayr hat dazu in ihrem Buch “Die Elenden” ein sehr schönes Beispiel gebracht, indem sie Christian Schurians Buch über Auswüchse in der Jugendhilfe zitiert. Das Projekt von Grünen und SPD in NRW “Kein Kind zurücklassen” sorgte dafür, daß für die Umsorgung Unmengen an Geld ausgegeben wurde, statt einfach den Menschen genug zu geben, um sie aus ihrem Elend zu holen: “Der Aufenthalt des Mädchens in der Tagesgruppe kostet … 2000 Euro pro Monat. Die Honorare der .. Sozialarbeiter … liegen bei etwa 2400 Euro pro Monat. Für die Familie wird also deutlich mehr Geld aufgewendet, als sie in Form von Arbeitslosengeld bekommt.”

Aber man kann Armut eben nicht mit Sozialarbeitern bekämpfen sondern nur abschaffen, indem man den Menschen das zurückgibt, was man ihnen per Gesetz an Geld gestohlen hat, im Alter ebenso wie bei Arbeitslosigkeit etc.

Wenn nun also jemand so wie bisher im Sinne der agenda2010 für Remscheid arbeitet, dann kann jedem verbliebenen Arbeiter nur Angst und bange werden …

Aber damit möchte ich noch nicht enden. Das Plakat ist auch fotografisch besonders. Klicken Sie doch mal auf das Bild und schauen Sie Herrn Mast-Weisz in die Augen. Er hat die Ringe der Ausserirdischen rund um seine Pupillen. Da sah er 2014 noch besser fotografiert aus.

Na dann!

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