Wie Remscheid im Stadtbild zur Missgeburt wurde

Remscheid war eine nicht schöne aber lebenswerte Stadt. Das hat sich mit dem Ausverkauf  der Arbeitsplätze nach China und in die Billiglohnländer in den 90er Jahren des 20. Jhrdts geändert.

Die produktiven Arbeitsplätze verschwanden mehr und mehr. Die Alleestrasse verkam und die Architektur des öffentlichen Raumes verkümmerte.

Ganz anders in Solingen!

Den politischen Gestaltungsmehrheiten in Remscheid fiel nichts anderes ein als zu jammern und Sozialarbeiter in jeder Form einzustellen und asoziale Archiktektur und asoziale Gestaltung des öffentlichen Raumes zu fördern – damit die Menschen durch die Sozialarbeiter ihr Umfeld ertragen?

Heute gibt es in Remscheid kaum noch Parkbänke und kleine Ruhezonen, die vor Ort in den “Quartieren” alle paar hunder Meter so wichtig wären, weil sie kleine Treffpunkte für Kommunikation vor Ort wären. Von Gaststätten und Kneipen ganz zu schweigen.

Stattdessen wurde abgeholzt und betoniert. Aber nur nach privatwirtschaftlichen Interessen. Gute Strassen mit Bürgersteigen und Fahrradwegen gibt es so gut wie gar nicht.

Die bekannte Trasse ist im Alltag fast völlig sinnlos, weil es ja darum geht, daß ich von zu Hause aus mit dem Fahrrad sicher fahren kann, um meine Alltagsgeschäfte zu erledigen.

Nicht einmal Hauptstrassen wie die Burger Strasse sind gestaltet worden. Dort verschwinden nur die Bäume, aber es entstehen weder Fahrradwege noch gute Parkplätze und sichere Bürgersteige – von neuen Bäumen ganz zu schweigen.

Die Monokulturen im “Wald” rund um Remscheid haben dem Borkenkäfer genügend Nahrung gegeben. Wo Wald war ist jetzt meistens Waldlosigkeit der neue Wald.

Und Remscheid ist eine Manifestation von Ungerechtigkeit. Remscheid ist nicht nur ein Musterbeispiel für arm und reich in extremer Ausprägung sondern Remscheid ist noch mehr.

Darauf hat Albert Camus hingewiesen: “Es gibt auf der Welt vielerlei Ungerechtigkeiten anzutreffen, doch es gibt eine, von der nie gesprochen wird, und zwar die des Klimas… Wenn sich zu dem Leben ohne Himmel und ohne Hoffnung… die Armut gesellt, dann erfüllt sich die schlimmste und zugleich empörendste Ungerechtigkeit.”

Der kommmunale Ordnungsdienst passt überall auf und ist aufgestockt worden, aber wo sollen denn die Menschen alle hin, wenn es nirgendwo mehr Plätze und Flächen zum Leben gibt. Das letzte Beispiel ist ja der Bahnhof. Auf der Freifläche entstand ein Kino – alles Beton.

Aber wen interessiert dies alles schon?

Wer wissen will, wie es weitergeht, muß nur sehen, wie es bisher weiterging…

Remscheid ist ein Ort ohne Hoffnung geworden und Corona gibt der Stadt den Rest.

Damit nicht genug. Nun hat sich herausgestellt, Remscheid hat die schlechteste Luft in ganz NRW.

Da kann man den Verantwortlichen zum Erfolg ihrer Waldabholzung nur gratulieren!

 

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